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Destroid
Haltet Euch gut fest, denn nach Destroid
wird in der Electro-Szene nichts mehr
so sein, wie es einmal war! Warum sich
einer festen Schublade unterordnen,
wenn einem die Elektronik doch so viele
verschiedene Möglichkeiten liefert.
So ist es für die Jungs um Yamazaki
ein Leichtes, einem zunächst ein
waschechtes Hardfloor-Brett um die Ohren
zu hauen, nur um dann mit Old-schooligen
EBM-Attacken den Boden zu schütteln,
danach mit einem melodiösen Synth-Pop-Stück
mitzureißen, darauf mit einer
düsteren Ballade Atmosphäre
zu erzeugen, um schlußendlich
mit einem brachialen Beat-Gewitter alles
wieder nieder zu reißen.
Hinter diesem revolutionären
Projekt steht nicht nur Haujobb-Mastermind
Daniel Myer, sondern gleich drei alte
Szene-Hasen, die sich hinter den bizarren
Pseudonymen Yamazaki, Lil´ Devil
und Seb Rydell verschanzen. Der Bandname
ist zwar einerseits der Robotech-Saga
entlehnt, symbolisiert jedoch zum
anderen die Technologie-Abhängigkeit
der Menschheit, und die Gefahr, die
darin verborgen liegt. Yamazaki hierzu:„eigentlich
dachten wir bei diesem Namen eher
an etwas Anderes, nämlich die
Verschmelzung von Zerstörung,
Technik und Fortschritt, die uns sehr
fasziniert. Vieles in unserem heutigen
Leben passiert virtuell: Daten zerstören
Daten, Daten zerstören Netzwerke,
dadurch zerstören sie ganze Existenzen,
und sogar ganze Grosskonzerne werden
dadurch lahmgelegt. Ist es nicht faszinierend,
was Nullen und Einsen so anrichten
können?“ Dieser Satz kann
auch als Programm für das musikalische
Konzept der Band gesehen werden, nur
dass Destroid zwar bestehende Schubladen
vernichten, daraus jedoch etwas Spannendes
und Neues erwachsen lassen. Mit ihrem
musikalischen Wirbelsturm beweisen
sie nämlich vor allem eins: man
braucht sich keine Konventionen zu
unterwerfen, um ein gutes Electro-Album
zu machen. Ganz im Gegenteil kann
man gleichzeitig vielfältig sein,
und trotzdem homogen klingen. Engstirnige
musikalische Kleingeister mögen
getrost nach Hause gehen, und sich
nach dem X-ten gleich klingenden Future-Pop-Abklatsch
zu Tode langweilen. Destroid geben
der Engstirnigkeit ein gehöriges
Ding vor die Fresse ... und das auf
unwiderstehlich unterhaltsame Weise.
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